Verlassene Heilstätten von Beelitz

Ein dunkler Ort

Beelitz Heilstätten - Lost Places

Beelitz-Heilstätten ist ein verlassener Krankenhauskomplex in der Nähe von Berlin, der eine lange Geschichte hat. Ursprünglich war dieser im Jahre 1898 als Sanatorium für Tuberkulose-Behandlung konzipiert. Die Lage war gut gewählt, Tuberkulose war eine große Bedrohung für die Berliner Bürger und Beelitz liegt nur 30 km südlich der Hauptstadt, bietet aber Natur, frische Luft und Ruhe. Ursprünglich war es mit einer Kapazität von 600 Patienten geplant, aber da es zu dieser Zeit keine Medikamente gegen Tuberkulose-Erkrankungen gab und die Anzahl der Erkrankten weiter stieg, wurde es größer und verdoppelte seine Kapazität. Es wurden vier Sanatorien errichtet, zwei für Männer und zwei für Frauen. Heino Schmieden und Julius Boethke, zwei berühmte deutsche Architekten ihrer Zeit, gestalteten das Sanatorium im Jugendstil. Ihre Architektur ist einfach sehr detailreich und dabei großzügig.  Die Infrastruktur war fast autonom und beinhaltete eine eigene Heizung und Stromerzeugung, Bäckerei, Metzgerei, Post, Wäscherei sowie Werkstätten und Gebäude für Mitarbeiter. Beelitz Heilstätten erstrecken sich insgesamt über 60 Gebäude.

Nach Beginn des Ersten Weltkrieges war Beelitz ein Lazarett der kaiserlichen deutschen Armee. Im Oktober und November 1916 erholte sich Adolf Hitler in den Heilstätten, nachdem er in der Schlacht an der Somme am Bein verletzt worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Beelitz-Heilstätten von Truppen der Roten Armee besetzt, und der Komplex blieb ein sowjetisches Militärkrankenhaus. Im Dezember 1990 wurde Erich Honecker hier eingeliefert, nachdem er als Chef der DDR-Regierung zurückgetreten war. In den frühen 90er Jahren wurden die Gebäude Zeuge der “Bestie von Beelitz”, eines ehemaligen Polizeibeamten, der fünf Frauen und ein Baby ermordet haben soll. Er wurde beschuldigt die meisten seiner Opfer sexuell missbraucht zu haben. Eines der Opfer war die Frau eines in im sowjetischen Hospital arbeitenden russischen Arztes nachdem er zuvor ihren drei Monate alten Sohn getötet hatte, indem er seinen Kopf an einem Baumstumpf zerschmettert hatte.

1994 verließen die Sowjets Berlin und die Heilstätten und wurden zu einem verlassenen Ort. Die Zeit verging und die Anlage ist heute ein verlorener Ort mit dem Charme des Morbiden: Die Gebäude sind bröckelig und teilweise baufällig, aber größtenteils immer noch in einem annehmbaren Zustand. . Als ich Beelitz das erste Mal besuchte habe ich an einem einzigen Tag sechs Stunden gebraucht, um alles zu entdecken, aber ich schätze, ich habe immer noch sehr viel verpasst. Es ist einfach riesig und man kann jedes Gebäude vom Keller bis zum Dach entdecken. Es fühlt sich an, als ob man den Dachboden seines Opas erkundet. Es gibt so viel zu sehen und du weißt nie, welche Überraschung als nächstes kommt. Im Sanatorium gibt es nur wenig Licht, und oft benötigt man eine Taschenlampe, um den Weg nach draußen zu finden. Die Heilstätten sind ein dunkler Ort und können sehr unheimlich sein.

Ein großartiger Ort für einen Fotografen.

Beelitz bei Berlin, Deutschland

  • © Jan Bockelmann
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