Die heilige Stadt Varanasi

Pilgerstadt am Ganges

Varanasi, die heilige Stadt am Ganges

Varanasi liegt im nördlichen indischen Staat Uttar Pradesh. Es ist eines der größten religiösen Zentren des Landes und die heiligste der sieben sakralen Städte im Hinduismus und Jainismus und seit 2.500 Jahren der Pilgerort für Hindus. Nach der hinduistischen Mythologie wurde die Stadt von Shiva neben Brahma und Vishnu als einer der drei Hauptgottheiten gegründet. Mark Twain sagte einmal Varanasi ist älter als die Geschichte, älter als die Tradition, sogar älter als die Legende und wirkt doppelt so alt wie alles zusammen. Als ich 2008 an den Ganges reiste fand ich einen Ort vor, der tatsächlich sehr anderes ist. Ich bin weder religiös noch spirituell, Varanasi fühlt sich dennoch an wie ein Ort nicht von dieser Welt. Dies kann man mit all seinen Sinnen spüren. Die Stadt ist voller Leben, manchmal auch Tod. Ein faszinierendes Treiben welches einen kaum los lässt.

 

Für strenggläubige Hindus ist es erstrebenswert im Ganges zu baden, sowie dort einmal zu sterben und verbrannt zu werden. Entlang des Flusses ziehen sich kilometerlange, stufenartige Uferbefestigungen hin, die Ghats, an denen die Gläubigen im Wasser des für sie heiligen Flusses baden.
Der Glaube sagt, dass die Pilger geistig, körperlich und geistig gereinigt werden und von allen Sünden befreit.

 

Wenige Meter sind die Verbrennungsghats, wo die Leichen der Verstorbenen verbrannt werden. In Varanasi zu sterben und verbrannt zu werden, ist der hinduistischen Mythologie zufolge der Ausbruch aus dem ständigen Kreislauf der Wiedergeburt Die Asche der Toten wird nach der etwa eine bis anderthalb Stunden dauernden Kremation unverzüglich dem jeweiligen Fluss übergeben. Fast drei Millionen Menschen kommen jedes Jahr in die heiligsten Städte, an den Ufern des heiligsten indischen Flusses. Der heilige Fluss ist mittlerweile sehr stark von Verschmutzung bedroht, die Pilger scheinen jedoch dagegen immun zu sein.

error: