Vintage Lenses – Minolta Rokkor 58mm 1.2

Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für meine Photographie bin ich auf alte manuelle Linsen (hipper: Vintage Linsen) gestoßen. Da flippt man ein paar Blogs und Foren durch und liest dabei viel vom Minolta Rokkor 58mm 1.2. Dem legendären Bokehmonster. Es wurde 1968-1978 in Japan produziert. Die Optik ist ausgestattet mit 7 lichtstarken Linsen in 5 Gliedern und 8 Blendlamellen. Die mit diesem Objektiv aufgenommenen Bilder wie man sie auch auf Flickr und Co. sehen kann zeichnen sich durch ein “sandiges” Bokeh, schöne Farben und gute Kontraste aus.

Nachdem ich das Internet leergelesen habe hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis das Rokkor 58mm 1.2 selbst auszutesten. Für die Portraitfotografie könnte es eine sehr gute Option sein. Zumal ich kein Freund von viel Post-Processing bin und diese Linse einfach einen sehr eigenen Charakter mitbringt der sich in den Fotos zeigt.  Die Preise für das Rokkor starten aktuell so ab 300 Euro – für ein gutes Exemplar geht es dafür bis zu 700 Euro hoch. Es gibt drei Versionen: Die recht seltene MC I mit glatten Fokusring (Seriennummer 200-257), die Berg-und-Tal-Version (MC II – Seriennummer 258-259), und die Gummiring-Version (MC-X – Seriennummer 271-277). Man sollte versuchen ein späteres Exemplar zu bekommen. Zum einen liest man von gelblichen Verfärbungen der frühen Linsen, zum anderen dass die Vergütung (multi-coating) bei den späten Exemplaren nochmal verbessert und damit die Streulichtempfindlichkeit spürbar reduziert worden ist.

Brennweite Max. Blende Min. Blende Blendenlamellen Min. Fokus Filter Ø Gewicht Länge
58mm f/1.2 f/16 8 0.6m 55mm 475gr 54mm

Ja, es ist wirklich heavy. Mit 475g ist es an meiner Fujifilm X-Pro2 schon sehr präsent. Dazu kommt noch der  MD auf FX Adapterring. Es ist wirklich sehr schön verarbeitet. Made in Japan – gute alte Wertarbeit mit fantastischer Haptik. Auch so gesehen bekommt man was für sein Geld ^^

Die ersten Gehversuche mit der neuen Kombi sind echt vielversprechend! Bei Offenblende hat es wirklich ein super Bokeh. Die Schärfe bei 1.2 ist ok bis gut, richtig scharf wird es wenn man weiter abblendet. Die nächste Blendenstufe hinter 1.2 ist übrigends 2.0 – dazwischen gibt es nichts. Das manuelle fokussieren geht sehr zügig von der Hand. Generell findet ich, dass man mit manuellen Linsen noch viel bewusster fotografiert. Insbesondere bei sehr weiter Blendenöffnung kann man seine Bilder regelgerecht komponieren. Mit dem Fokus-Peaking  der X-Pro2 als zusätzliche Unterstützung macht es richtig Spaß.

Auf die erste Fotosession mit der Minolta Rokkor 58mm 1.2 werden nun hoffentlich viele weitere folgen – ich habe entschieden das Bokehmonster zu behalten. Woher wusste ich das schon vorher?!

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